Hypnobirthing – Interview mit einer Expertin

geschrieben von:
Sabine Rajchl

zuletzt aktualisiert am 09.11.2022
mit wissenschaftlichen Quellen belegt

Hypnobirthing – Interview mit einer Expertin

Der Begriff „Hypnobirthing“ steht für eine schmerzfreie Geburt. Mit den Techniken der Meditation und Hypnose sollen die Schmerzen deutlich reduziert und die Geburt dadurch angenehmer werden. Wir haben mit der Expertin Julia Fürstenhoff über dieses spannende Thema gesprochen! 

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Hypnobirthing erreichen Mütter bei der Geburt einen tranceähnlichen Zustand. 

  • Durch die Techniken des Hypnobirthings verläuft eine Geburt in der Regel deutlich schmerzfreier. 

  • In speziellen Kursen mit professionellen Hypnosetherapeuten können Frauen die Techniken ab spätestens drei Monate vor der Geburt erlernen. 

Liebe Julia, es freut uns sehr dass du als Hypnosetherapeutin und Gründerin spannende Frage zum Thema Hypnobirthing für uns beantwortest! Fangen wir ganz vorne an:  

Was ist Hypnobirthing und wie würdest du es mit deinen Worten erklären?

HypnoBirthing wurde Ende der 1980er Jahre in den USA von Marie F. Mongan entwickelt. Die werdende Mutter bekommt in einem tranceähnlichen Zustand ihr Baby und das fast ohne Schmerzen. In einem geburtsvorbereitenden Kurs werden von ausgebildeten Hypnobirthing-Trainerinnen Techniken zur Selbsthypnose vermittelt. Klingt unglaublich aber wahr, funktioniert aber wirklich.  

Welche Vorteile bringt Hypnobirthing bei der Geburt? 

Die Gebärende bekommt in den entsprechenden Kursen verschiedene Techniken vermittelt und kann sich selbst in einen Zustand tiefer Entspannung und höchster Konzentration versetzen. Dennoch ist das Bewusstsein zu jeder Zeit aktiv und die Frau nimmt die Geburt trotzdem ganz bewusst wahr. 

   

Durch die tiefe, angenehme Entspannung und bewusste Atmung werden die Wehen als weniger schmerzhaft wahrgenommen und die Gefahr der Hyperventilation kann reduziert werden. Vor allem die erste Phase der Geburt kann oftmals deutlich verkürzt werden. Viele Frauen berichten außerdem, dass sie sich nach der Geburt weniger erschöpft fühlen.  

Hast du persönliche Hypnobirthing Erfahrungen oder kannst du eine Erfahrung von dir bekannten Frauen teilen?

Ich habe bereits viele positive Erfahrungen der Effekte von Hypnose machen können und bin immer wieder verblüfft wie gut das funktioniert. In meinem Freundeskreis hat beispielsweise eine Mutter ihr 3. Kind mit HypnoBirthing auf die Welt gebracht und war total überwältigt, wie angenehm das Erlebnis Geburt sein kann. Es war wohl ein riesiger Unterschied zu den beiden brachialen Geburten vorher.  

 

Inzwischen kenne ich wirklich einige Frauen, bei denen HypnoBirthing super funktioniert hat und ich empfehle es auch wirklich immer. Leider ist es so, dass viele Menschen nach wie Vorbehalte gegenüber Hypnose haben, obwohl Ärzte und Psychotherapeuten die Hypnose immer häufiger einsetzen, wie zum Beispiel bei der Raucherwöhnung, Gewichtsreduktion, Schmerztherapie, als Alternative zu einer Narkose oder beim Zahnarzt.  

Was ist deine persönliche Empfehlung, um Hypnobirthing Übungen zu erlernen?

Ich kann nur empfehlen einen Kurs (quasi wie ein Geburtsvorbereitungskurs) bei einem ausgebildeten Hypnosetherapeuten zu machen, am besten vor Ort, nicht online. Dieser geht meistens über 12-20 Stunden und es wird effektiv vermittelt, welche Techniken am besten einzusetzen sind. Hörbücher und Audios halte ich nicht für so effektiv, dienen aber sicherlich zur allgemeinen Entspannung.  

Ab wann sollten sich Frauen mit dem Thema Geburt bzw. Hypnobirthing beschäftigen?

Spätestens 3 Monate vor der Geburt sollte man mit einem Kurs starten. Manche Frauen beschäftigen sich bereits im 4. oder 5. Schwangerschaftsmonat damit. Das kann auch durchaus sinnvoll sein, denn die Techniken entspannen die Frau und das ungeborene Baby.  

Möchtest du den Leserinnen noch etwas Bestimmtes mitgeben?

Viele Frauen haben manchmal Respekt oder gar Angst vor Hypnose, aufgrund von Vorurteilen oder der Showhypnosen wie sie in den 90igern populär waren. Das hat aber nichts mit Hypnostherapie oder HypnoBirthing zu tun. Eine Meditation zum Beispiel dient dazu mal den Kopf abzuschalten, sich der Stille hinzugeben. Bei der Hypnosetherapie bei einem ausgebildeten Therapeuten ist jederzeit ganz viel im Kopf los, was man aber jederzeit selbst steuert. Man ist zu keiner Zeit willenlos oder dem Therapeuten ausgeliefert. Deshalb ruhig ausprobieren und staunen! 

Für wen ist Hypnobirthing geeignet?

Prinzipiell ist HypnoBirthing für jede werdende Mutter geeignet, egal ob sie im Krankenhaus, zuhause oder im Geburtshaus entbindet. Denn die Entspannungsmethoden zielen darauf ab, dass sie überall eingesetzt werden können. 

 

Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Julia! Weiterführende Infos zu Julia und ihrem Angebot findest du auf lercheundfuerst.de sowie auf wunsch.baby.  

Hypnobirthing – Was ist das?

Bei dieser Geburt wird ein tranceähnlicher Zustand genutzt, damit eine Mutter die Geburt fast ohne Schmerzen erleben kann. Damit das funktioniert, ist ein Geburtsvorbereitungskurs (Hypnobirthing Kurs) notwendig. In diesem lernt die Mutter Techniken zur Selbsthypnose. 

Hypnobirthing – Ab wann beginnen?

Mit dem Kurs sollten Frauen spätestens drei Monate vor der Geburt beginnen. Da die Techniken jedoch schon während der Schwangerschaft zur Entspannung beitragen kann es sich lohnen, bereits früher damit zu beginnen. 

 Wie funktioniert Hypnobirthing? 

In Hypnobirthing Kursen lernen Frauen Techniken, um tiefe Entspannung bei vollem Bewusstsein zu erreichen. Dadurch erleben sie die Geburt als weniger schmerzhaft und die Gefahr der Hyperventilation kann reduziert werden. 

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