Rückbildung nach der Geburt – Was bedeutet das für meinen Körper

geschrieben von:
Sabine Rajchl

zuletzt aktualisiert am 12.12.2022
mit wissenschaftlichen Quellen belegt

Rückbildung nach der Geburt – Was das für dich und deinen Körper bedeutet 

Endlich hat dein kleiner Schatz das Licht der Welt erblickt und du hältst dein Baby das erste Mal im Arm. Dein Körper hat in den letzten Monaten großartiges geleistet und braucht nun Zeit, um sich zu regenerieren. Dieser Prozess wird auch Rückbildung genannt. Was das genau bedeutet und wie du deinen Körper dabei unterstützen kannst – das und mehr erfährst du hier. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Rückbildung nach der Geburt ist ein natürlicher Prozess, der von Frau zu Frau unterschiedlich lange dauert. Er ist unter anderem abhängig von deiner körperlichen Veranlagung von Bindegewebe und Muskulatur. 

  • Jegliche sportliche Übung, die die Rückbildung fördern kann, solltest du vorab ärztlich besprechen. 

  • Nach der Entbindung bleibt erst einmal ein Bauch zurück, der für die Rückbildung bis zu einem Jahr brauchen kann. Das ist völlig normal. 

  • Es gibt einige Möglichkeiten, mit denen du deinen Körper bei der Rückbildung unterstützen kannst. 

Rückbildung im Wochenbett - Was passiert da genau? 

Während der Schwangerschaft war dein Körper enormen Belastungen ausgesetzte. Die Muskeln und das Bindegewebe wurden gedehnt, die Sehnen haben sich geweitet und der Beckenboden wurde durch das Gewicht des Kindes stark beansprucht. Direkt nach der Geburt beginnt dein Körper bereits im Frühwochenbett von allein mit der Rückbildung. Die beste Möglichkeit, um deinen Körper dabei zu unterstützen, ist ausreichend Ruhe. [1] 

 

In der Wochenbettzeit verkleinert sich die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe. Häufig spüren Mütter diesen Prozess an den sogenannten Nachwehen. Dies sollte dich also nicht beunruhigen, denn es ist ein ganz normaler Vorgang deines Körpers. Nach der Geburt von Mehrlingen fallen diese Nachwehen leider oft stärker und schmerzhafter aus. [2] 

Das Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter, da das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird. Dies verstärkt die Kontraktionen.

Bis zu sechs Wochen nach der Geburt schwemmt der Wochenfluss abgestorbenes Material hinaus. In den ersten drei bis fünf Tagen ist er noch blutig, dann wird er einige Tage bräunlich, anschließend bernsteinfarben und nach ca. drei Wochen ist er grau-weißlich. [3] 

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Wenn du in der Schwangerschaft Krampfadern bekommen hast, ist auch das kein Grund zur Sorge. Durch die vergrößerte Gebärmutter wird Druck auf die Venen im Becken ausgeübt und es kommt zu einer Störung des Blutflusses. Die dabei entstandenen Krampfadernbilden sich aber in der Regel nach der Geburt von allein zurück, sobald die Gebärmutter sich wieder verkleinert hat und so der Druck auf die Venen nachlässt. [5] Ebenso heilen im Wochenbett eventuelle Geburtswunden wie ein Dammschnitt oder –riss, sowie eine Kaiserschnittnarbe aus. 

 

Nach der Geburt beginnt auch die hormonelle Umstellung für deinen Körper. Die Schwangerschaftshormone sinken stark ab und andere Hormone werden dafür vermehrt produziert, um die Milchbildung anzuregen. Gerade diese enormen Schwankungen sind nicht zu unterschätzen. Einige Frauen bemerken diese Veränderungen deutlich, leider manchmal auch durch unangenehme Empfindungen. Übernimm dich nicht und gib deinem Körper Zeit. Ruhe ist ein scheinbar sehr einfaches Mittel, das jedoch die Basis für dein Wohlbefinden in der Zeit der Rückbildung bildet. 

 

Du möchtest mehr aktiv tun, um deinen Körper bei der Rückbildung zu unterstützen und um etwas zu deinem Wohlbefinden beizutragen? Dann lies jetzt unbedingt weiter! 

Wie du deinen Körper aktiv bei der Rückbildung unterstützen kannst

Wenn deine Geburt unkompliziert verlaufen ist, kannst du bereits im Wochenbett mit leichten Anspannungsübungen beginnen. Dabei ist es zunächst völlig ausreichend, bewusst aufrecht zu sitzen und im Liegen in den Bauch zu atmen. Um den Kreislauf anzuregen, kannst du deine Füße abwechselnd heben und senken. Auch sanfte Sportübungen, die dich nicht überanstrengen, können die Rückbildung fördern. 

 

Du hattest eine vaginale Entbindung? Diese Übung eignet sich für die ersten 10 Tage nach der Geburt: 

Wenn deine Geburt unkompliziert verlaufen ist, kannst du bereits im Wochenbett mit leichten Anspannungsübungen beginnen. Dabei ist es zunächst völlig ausreichend, bewusst aufrecht zu sitzen und im Liegen in den Bauch zu atmen. Um den Kreislauf anzuregen, kannst du deine Füße abwechselnd heben und senken. Auch sanfte Sportübungen, die dich nicht überanstrengen, können die Rückbildung fördern. 

 

Du hattest eine vaginale Entbindung? Diese Übung eignet sich für die ersten 10 Tage nach der Geburt: 

Leg dich auf den Bauch, während du deinen Unterbauch mit einem weichen Kissen polsterst. Bleibe auf diese Weise 15 bis 20 Minuten entspannt liegen. Diese Position kannst du zwei bis dreimal täglich einnehmen, um die Rückbildung der Gebärmutter zu fördern und den Wochenfluss anzuregen. 

Du hattest einen Kaiserschnitt? Diese Übung eignet sich für die ersten 14 Tage nach der Entbindung: 

Stell dich hüftbreit vor eine Tischkante, während du wieder deinen Unterbauch mit einem weichen Kissen polsterst. Beuge dich nun nach vorn, lege deine Arme auf den Tisch und stütze deine Stirn mit deinen Fäusten ab. Bleibe ungefähr 10 Minuten stehen. Du kannst diese Übung zwei bis dreimal am Tag wiederholen. [4] 

Auch Yoga kann die Rückbildung unterstützen und dir beim Abbau von Stress helfen. In einem dafür vorgesehenen Kurs kannst du dich außerdem mit Gleichgesinnten austauschen. Allerdings solltest du die gynäkologische Nachuntersuchung sechs bis acht Wochen nach der Geburt abwarten. Starte erst mit Yoga, wenn deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt dafür grünes Licht gibt. 

Die Rückbildung des Beckenbodens kannst du beispielsweise mit Liebeskugeln fördern, die deine Muskulatur stimulieren. Sechs Wochen nach der Geburt lassen sich diese gut in den Alltag integrieren. So wird dein Beckenboden praktisch von allein wieder gestärkt und du kannst wenig falsch machen. Es reicht aus, wenn du die Kugeln 15 Minuten am Tag trägst. Wichtig dabei ist nur, dass du während der Verwendung in Bewegung bleibst. Du kannst sie beispielsweise beim Kochen oder während des Einkaufs tragen. 

Auch gibt es mittlerweile viele tolle Angebote an Rückbildungskursen. Informiere dich in deinem Ort darüber und komme so mit anderen frisch gebackenen Müttern in Kontakt. Sei nicht frustriert über den Zustand deines Körpers, denn du bist nicht allein damit. Mit Geduld, passenden Übungen und dem Austausch mit anderen Müttern kannst du deinen Körper unterstützen und dich hoffentlich bald wieder rundum in deinem Körper wohlfühlen. 

Rückbildung des Bauches nach einer Geburt 

Für viele Frauen liegt das Hauptaugenmerk während der Rückbildung auf ihrem Bauch. Es ist vollkommen normal, wenn dein Bauch dich nach der Geburt an den sechsten Schwangerschaftsmonat erinnert. Dieser Umstand liegt an der erschlafften Bauchmuskulatur und an der vergrößerten Gebärmutter.  

 

Erst wenn sich diese zurückgebildet hat, wird dein Bauch sichtlich kleiner. [3] Der Bauch braucht etwa neun Monate bis zu einem Jahr, um wieder annähernd so auszusehen wie vor der Schwangerschaft. Wie viel Zeit dein Körper braucht ist vor allem von deinem Bindegewebe und deiner Muskulatur abhängig. 

 

Wir haben 5 Tipps für dich, um die Rückbildung deines Bauches zu fördern: 

  1. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützt dich nicht nur bei der Rückbildung, sondern auch bei der Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Dein Nährstoffbedarf ist nämlich auch noch in der Stillzeit deutlich erhöht.  
  2. Um die Durchblutung und damit auch die Rückbildung anzuregen hilft es, wenn du deinen Bauch nach der Geburt massierst
  3. Im Rahmen eines Rückbildungskurses stärkst du deine Bauchmuskulatur und lernst gleichgesinnte Mütter kennen. 
  4. Führe zuhause Übungen aus, mit denen du dich wohl fühlst und die deinen Körper unterstützen. Eine Möglichkeit ist: Lege dich mehrmals täglich auf den Bauch und polstere dabei deinen Unterleib mit weichen Kissen. Das fördert die Rückbildung der Gebärmutter und infolgedessen des Bauches. 
  5. Trinke viel Wasser, um das geschwächte Bindegewebe ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen. 

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Wenn du einen besonders großen und schweren Bauch nach der Geburt hast, der dich im Alltag belastet und ein Muskeltraining beeinträchtigt, kann ein Bauchgurt helfen. Dieser stützt den Bauch ab und entlastet so deinen Rücken und das Gewebe.

Expertinnentipp

Vroni Raab-Kronski

Zertifizierte Beckenbodenkursleiterin nach dem BeBo® Konzept

Der Beckenboden hat während der Schwangerschaft und der Geburt (auch nach einem Kaiserschnitt) Höchstleistungen erbracht. Viele Frauen unterschätzen dies und beginnen oft schon sehr früh mit Übungen. Ein zu frühes oder gar zu intensives Training hat ungünstige Auswirkungen auf die Rückbildungsvorgänge. Einen nachhaltigen Schaden trägt insbesondere der Beckenboden. Es ist ratsam mindestens die Zeit des Wochenbetts abzuwarten, bevor mit einem Rückbildungskurs begonnen wird! Atemübungen eignen sich allerdings besonders gut, um die Rückbildungsprozesse bereits im Wochenbett zu unterstützen.

Wann kann ich mit der Rückbildung beginnen? 

Hattest du eine unkomplizierte Geburt und fühlst dich fit genug, kannst du direkt nach der Geburt im Frühwochenbett mit sanften Übungen beginnen. Mit richtigem Sport solltest du die Nachuntersuchung sechs bis acht Wochen nach der Geburt abwarten. 

Wann kann ich mit der Rückbildung nach einem Kaiserschnitt beginnen? 

Wenn du dich körperlich fit genug fühlst, kannst du bereits im Wochenbett ca. zwei Wochen nach der OP mit leichten Übungen für den Beckenboden beginnen. Mit dem Bauchmuskeltraining solltest du noch ein bisschen länger warten und frühestens sechs bis acht Wochen nach dem Kaiserschnitt beginnen. 

Wie lange dauert die Rückbildung nach der Geburt? 

Der Zeitraum ist von Frau zu Frau unterschiedlich und hängt von einigen Faktoren ab. Die erste Phase der Rückbildung beginnt im Wochenbett und dauert ca. sechs bis acht Wochen. Anschließend ist die Faustregel, dass die weitere Rückbildung ungefähr so lange dauert, wie deine Schwangerschaft – also ungefähr neun Monate. 

Bildet sich das Becken nach der Schwangerschaft zurück? 

Das weibliche Becken vergrößert sich evolutionsbedingt ab der Pubertät und verengt sich wieder in der Menopause. Dieser natürliche Prozess hängt stark vom Hormonhaushalt und von äußerlichen Faktoren ab. Im Alter zwischen 25 und 30 Jahren ist das Becken am breitesten und ab einem Alter von 40 Jahren wird es wieder schmaler. Nach der Geburt bildet sich das Becken zurück – dies kann ein paar Wochen bis zu einem Jahr dauern. 

 

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Quellenverzeichnisse

[1] http://praxis-am-park.eu/kinderwelt/rueckbildung (letzter Abruf: 20.09.2022, 11:20) 

[2] https://www.frauenaerztin-higgins.de/nachsorge-und-rueckbildung-nach-der-geburt/ (letzter Abruf: 20.09.2022, 11:20) 

[3] https://www.frauenaerzte-im-netz.de/schwangerschaft-geburt/wochenbett-rueckbildung/ (letzter Abruf: 20.09.2022, 11:20) 

[4] https://www.klinikum-wegr.at/sites/default/files/atoms/files/rueckbildungstherapie_fruehwochenbett.pdf (letzter Abruf: 20.09.2022, 11:20) 

[5] https://www.venenclinic.ch/krampfadern-schwangerschaft/#:~:text=Nach%20der%20Geburt%20bilden%20sich,wieder%20zu%2C%20ihre%20Erschlaffung%20ab (letzter Abruf: 20.09.2022, 11:20) 


Bildrechte

[1] © drubig-photo -stock.adobe.com 

[2] © Pexels – Yan Krukov 

[3] © Pexels – Anna Tarazevich 


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